Nachdem von der W.E.B. Windenergie AG bis zum Sommer nähere Informationen zur weiteren Vorgehensweise für ihr geplantes Windkraftprojekt in der Windkraftzone WA 08 (Allentsteig/Schwarzenau) zugesagt wurden, fand am 11. Juni eine Besprechung mit dem Unternehmen sowie den Bürgermeistern Georg Marksteiner (Allentsteig) und Karl Elsigan (Schwarzenau) statt. Als Ergebnis der Besprechung gab die W.E.B. folgende Stellungnahme ab:
Vor einiger Zeit wurden die Gemeinderäte der Marktgemeinden Allentsteig und Schwarzenau von der Möglichkeit eines Windkraftprojektes in der vom Land Niederösterreich ausgewiesenen Windkraftzone „Allentsteig-Schwarzenau“ von uns informiert und dabei offene Diskussionen geführt. Im Zuge der Vorstellung dieser Projektidee haben wir bereits darauf hingewiesen, dass einige wesentliche Fragen noch im Vorfeld zu klären sind, bevor weiter konkrete Schritte gesetzt werden.
Nun zeigt sich, dass das vorgestellte Projektkonzept nicht in der notwendigen Form umgesetzt werden kann: Das gemeinschaftliche Windkraftprojekt in den Gemeinden Schwarzenau und Allentsteig wird seitens W.E.B. daher derzeit nicht weiterverfolgt.
Ein Vorhaben dieser Größenordnung braucht besonders in Regionen ohne Erfahrung mit der Windkraft Akzeptanz und die Bereitschaft zu einem offenen Dialog. Aus heutiger Sicht ist der Moment nicht geeignet, um ein derartiges Projekt in der Bevölkerung der beiden Gemeinden aktiv voranzutreiben oder darüber zu befragen.
Die Windkraft wird auch im Waldviertel weiter ausgebaut werden, die aktuell laufenden Projekte in der Region zeigen dies. Denn die Nutzung unserer regionalen Windpotentiale ist ein notwendiger Beitrag für den Umstieg in eine saubere und krisensichere Energieversorgung. Daher bleiben wir seitens W.E.B vom Potenzial dieses Projekts überzeugt.
Wir sind zuversichtlich, dass wir in naher Zukunft den Dialog wieder aufnehmen können und das Projekt gemeinsam mit den Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürgern in der Form weiterzuentwickeln, dass eine breite Akzeptanz für die Windkraft auch bei uns gewährleistet ist.
Statement von Bürgermeister Karl Elsigan:
Im Zuge eines gemeinsamen Gesprächstermins mit Bgm. Georg Marksteiner wurden wir von der W.E.B. Windenergie AG darüber informiert, dass das geplante Windkraftprojekt in unseren Gemeinden derzeit nicht weiterverfolgt wird. Diese Entscheidung nehme ich zur Kenntnis, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Zustimmung der direkt betroffenen Bevölkerung aktuell nur teilweise gegeben ist.
Gleichzeitig sehe ich weiterhin das Potenzial, das ein solches Projekt für die regionale Energiewende, für mehr Versorgungssicherheit und für eine nachhaltige Energiezukunft leisten könnte. Derzeit scheint jedoch nicht der passende Zeitpunkt zu sein, um das Projekt aktiv weiter voranzutreiben.
Als Bürgermeister ist es mir wichtig, dass Entscheidungen dieser Tragweite gemeinsam mit der Bevölkerung, den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern sowie allen beteiligten Gemeinden vorbereitet werden. Ich bin überzeugt, dass ein respektvoller Dialog auch in Zukunft möglich sein wird. Sollte das Projekt zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen werden, muss dies transparent, nachvollziehbar und unter Einbindung der Menschen vor Ort erfolgen.
Unser Ziel bleibt es, verantwortungsvoll mit den Chancen und Herausforderungen der Energiewende umzugehen und dabei stets die Interessen unserer Gemeinde und ihrer Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt zu stellen.